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Dienstag, 18. August 2015

Reine Sofia - der Kunst auf den Fersen






Das National Museum Reina Sofia in Madrid liegt direkt beim Parque del Retiro und neben dem Prado Museum.
Der Eintritt für Studenten ist frei! Das nimmt den Druck und ich habe nicht wie sonst das Gefühl, dass ich jedes Gemälde ausgedehnt betrachten muss, um dem Eintrittspreis gerecht zu werden. Es macht so viel mehr Spaß, im Museum herumzuschlendern und die Kunst, in die man sich sofort verguckt, zu genießen. Herrlich die Zeit zu haben, eine gefühlte Ewigkeit nach Sinn und Intention der Künstler und Künstlerinnen in ihren Werken zu suchen. Meistens sind es die Werke selbst, die Emotionen in mir auslösen. Es ist wie ein faszinierender Sog, der fast etwas Geheimnisvolles erahnen lässt. Dann kann ich mich gar nicht mehr lösen und könnte Stunden nur da stehen und mich in die Bilder versenken.


Zur Einstimmung auf die Ausstellungen, die ich mir angesehen habe, gibt es jetzt ein Video, in dem die ausgestellten Meisterwerke des zwanzigsten Jahrhunderts beschrieben werden. 









Franz Kline








Mother with Dead Child in Ladder


  • Date: 

    1937 (May 10th, Paris)
  • Technique: 

    Graphite and colour stick on paper
  • Dimensions: 

    45,7 x 24,4 cm
  • Category:  
    Work on paper, Drawing
  • Entry date: 

    1995
  • Register number: 

    DE00071
  • On display in: 
Diese Zeichnung von Picasso ist eine Studie zu seinem gigantischen und sehr berühmten Gemälde Guernica.  Das Meisterwerk Guernica strotzt nur so vor Gewalt, was von der spanischen Regierung ausgenutzt wurde, um  die Situation in Spanien und dem Rest von Europa darzustellen. Obwohl es die Initiative von Guernica war,  Frieden zu stiften, zeigt das Bild blanke Gewalt. In diesen Kontext gehört die Zeichnung "Mother with Dead Child in Ladder". 

Mich beeindruckt der Duktus und die Farbwahl. Beides ist extrem ausdrucksstark und prägnant. Der schnelle, kräftige Strich wird von den Farben Magenta, Gelb und Rot unterstützt. Die Zeichnung ist im Gegensatz zu den restlichen Kunstwerken , die ich ausgewählt habe, eher klein. Picasso ist ein wahrer Meister in der Reduktion und Dekonstruktion von Form und Gestalt. Das hat auch in der kleinen Form ( 45,7 x 24,4) eine wahrhaft große Wirkung hat. Diese Reduktion und die Akzente aufs Wesentliche beeindruckt mich sehr.







Face of the Great Masturbator 

  • Date: 

    1929
  • Technique: 

    Oil on canvas
  • Dimensions: 

    110 x 150 cm
  • Category:  
    Painting
  • Entry date: 

    1990
  • Register number: 

    AS11140
  • Salvador Dalí Bequest, 1990
  • On display in: 
Im ersten Moment habe ich nicht genau gesehen, was Dalí hier dargestellt hat. Als ich genauer hingesehen habe und das Gemälde verstanden habe, war ich verblüfft und gleichzeitig beschämt. Vor allem, weil noch 20 weitere Menschen es mit mir zusammen gespannt, versunken und völlig ernst betrachten. Ich habe mich dann gefragt, ob ich die einzige bin, die sich so gefühlt hat. In den Gesichtern der andere konnte ich zumindest keine Antwort finden. 
Abgesehen von dem Subjekt des Bildes an sich gefällt mir die farbliche Gestaltung und die Formsprache sehr gut. Der nächtliche Himmel, der friedlich schläft, steht im komplimären Kontrast zu dem gelben Körper im Vordergrund. Trotz dieses totalen Kontrastes wirken die Farben nebeneinander fast harmonisch.  
Besonders spannend finde ich die kleinen Details, von denen es immer mehr zu entdecken gibt. Z.B. die bunten Haare links/mittig im Bild oder die kleinen Steine, die Dalí so häufig in gestapelter Form  darstellt. Der blaue Farbverlauf im Himmel, der oben sehr dunkel und am Boden des Bildes hell auf den Horizont stößt hat eine Wirkung, als liege eine Decke über dem Geschehen.Die Heuschrecke klebt an der gelben Gestalt und schwebt riesig groß über den Köpfen eines tanzenden Paares. Das aufregendste Detail schein vorn rechts eine große Perle.







Surrealist Landscape - Victor Brauner

  • Date: 

    1930
  • Technique: 

    Oil on canvas
  • Dimensions: 

    55 x 46 cm
  • Category:  
    Painting
  • Entry date: 

    2004
  • Register number: 

    AD03429
  • On display in: 

Was für ein düsteres und auch fast süßes Bild zugleich. Es ist zwar auf den ersten Blick kitschig und oberflächlich, jedoch konnte ich in den ersten 5 Minuten nur über das Herz hinter der Unterschrift von Brauner nachdenken. Mein Blick war gefangen. So eine süße Idee.
Nachdem ich vom Braunerschen Herz gelöst habe und es geschafft habe, den Rest von Bild anzusehen, viel es mir sehr schwer, mich auf die dunklen Anteile einzulassen. Was für ein Kontrast! Die Landschaft ist dunkel und trist. Es gibt 5 Türme, auf einem steht ein hell-grünes Gewächs und auf einem anderen ein Mensch. In meinen Augen kommuniziert der Mensch mit dem Betrachter. Er winkt mir zu. Die düstere Atmosphäre der Landschaft gilt nicht für das Gewächs und betrifft nicht die Menschen. Sie liegen nicht im Dunkeln, sondern stehen im Licht. 
Es ist ein Liebesbild!








Ernst Ludwig Kirchner


Ein Werk "Fränzi vor geschnitztem Stuhl,1910" von Kirchner hängt als Poster bei mir in der Wohnung. Jetzt sehe ich endlich mal wieder das Original. Ein Sonnenuntergang, der das Tal in Neonfarben taucht. Berge, Bäume, Wolken in unrealistischen Farben. Alles leuchtet so unglaublich stark. Gleichzeitig ist die Staffelung der Berge, der Wolken und Tannen so dynamisch, als schieben sie den Betrachter von links nach rechts hinter den strahlend gelben Vordergrund. Das kleine Dorf im goldenen Schnitt verspricht eine Ruhe und Selbstverständlichkeit, die vom Sehnsuchtsort träumen lässt. Die Gewissheit, alles ist gut. Alles hat seinen Platz, auch das Geheimnis hinter der goldgelben Welle im Vordergrund. Mythisch und das große Versprechen des Lebens. Ich bin fasziniert. 







freches Ding







Le Corbusier ( Charles-Edoudard Jeanneret)







La Femme en bleu,1912 - Ferdinand Lèger 

ist ein Kunstwerk das zur temporären Exhibition: White Fire , des Kunstmuseums Basel gehört. 


Ich kann nicht ganz genau sagen, warum mir dieses Gemälde so gut gefällt. Ich verliere mich darin. Die beiden großen, schwarzen Flächen stellen mich vor die Frage, ob sie etwas verdecken sollen. Die Antwort wird mir wohl immer verborgen bleiben, doch das Nachdenken darüber, führt mich zu den roten und blauen Flächen. Auch die weißen Kugeln, die ich in den winzigen Ecken entdecke, werfen Fragen auf. Ein Mosaik, einem Kirchenfenster ähnlich, schön, majestätisch. Ferdinand Lèger verwirrt mich mit seiner Kunst, doch dieses Gemälde ist gerade wegen der Tiefe und dieses Rätsels so interessant.







Bruce Nauman, The True Artist helps the World by Revealing Mystic Truths, 1947







Installation Lanas (Yarns) - Juan Hidalgo


  • Date: 

    1972-2009
  • Material: 

    Wool, methacrylate and jingle bells
  • Technique: 

    Assemblage
  • Descriptive technique: 

    Installation consisting of 1600 pieces of yarn in all colours except black and grey, with the same number of bells hanging from them at a random distance from the floor of 50, 60, 80 and 100 cm
  • Dimensions: 

    400 x 400 x 400 cm
  • Category:  
    Installation
  • Entry date: 

    2009
  • Register number: 

    AD05402
  • On display in: 

Was für eine Installation! So fröhlich, so bunt, so schön. Die kleinen Glöckchen am Ende der bunten Wollfäden, die auf 3 verschiedenen Höhen hängen, lassen mich staunen. Jedoch ist es ein Stillleben- im wahrsten Sinne des Wortes. Die Glocken klingeln nicht, die Fäden hängen still. Es juckt mich tierisch in den Findern, die Fäden an zu stupsen und die Installation in Aktion zu versetzen. Ich will sie hören und sie schwingen sehen. Doch eine Aufpasserin wacht über den Raum 104.09. Keine Chance für mich, meinem Jucken die erhoffte Abhilfe zu verschaffen. Was für en Dialog zwischen Werk und Betrachterin. Was für eine Spannung. Mir bleibt nichts anderes übrig, als Lanas von allen Seiten, im Detail und im Ganzen zu betrachten und von dem lustigen Tanzen und Klingeln der Fäden und Glöckchen zu träumen. Und ich dazwischen!. Sie gefällt mir. ja und sie verschafft mir gute Laune. Ihre Frohnatur ist sogar in ihrem Winterschlaf zu spüren.




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